Hospiz-Kultur-Kneipe

Jeden ersten Freitag im Monat (außer Juli/August) findet um 18.00 Uhr im Franziskus-Hospiz Hochdahl die „Hospiz-Kultur-Kneipe“ statt. Willkommen sind alle Gäste, die gern eine gesellige Zeit mit Essen und Trinken sowie kleinen Vorträgen und jahreszeitlichen Festen erleben möchten.

Wir freuen uns, wenn Sie und Ihre Freunde – auch wenn Sie keinen anderen Grund haben, mit dem Hospiz in Kontakt zu treten, in unsere „Kneipe“ kommen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die „Hospiz-Kultur-Kneipe“ wird ehrenamtlich von einigen Hospizmitarbeitern organisiert und finanziert sich ausschließlich durch Spenden der Gäste.

Herzlich Willkommen!!!

Übersicht:

01.09.2017 Die Düssel - von der Quelle bis zur Mündung; Filmbericht von und mit Johannes Klima
06.10.2017 BINGO - ABEND
03.11.2017 Buchvorstellung - Buchhandlung Weber
01.12.2017 Weihnachtsfeier
05.01.2018 Vietnam / Kambodscha; Bildervortrag von und mit Jürgen Thomas
02.02.2018 Karneval
02.03.2018 Chanson-Musette mit Petra Speh-Morgner
06.04.2018 Sansibar - Oman; Bildervortrag von mit mit Theresa Mar (Der Vortrag fällt aus und wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt) Stattdessen: Alpenüberquerung zu Fuß von Oberstdorf nach Meran von und mit S. Thiel
04.05.2018 Maisingen mit Peter Sicken
01.06.2018 Das segelnde Klassenzimmer / Segelreise; Vortrag von Lena Oberdörffer

06.04.2018 - Vortrag: Zu Fuß über die Alpen - ein echtes Abenteuer!

Wer bislang unsicher war, ob er sich zu Fuß über die Alpen aufmachen sollte, bekam durch Siegfried Thiels Vortrag eine prima Entscheidungshilfe.

Mehr als das: Der fitte 65jährige war im letzten Sommer mit zehn Gleichgesinnten und zwei Wanderführerinnen von Oberstdorf aus nach Meran aufgebrochen. Auch ein Jahr später noch leuchten die Augen des ehrenamtlichen Hospizmitarbeiters begeistert. Entsprechend angetan waren die 55 Hospiz-Kultur-Kneipen-Gäste von seinem äußerst kurzweiligen und interessanten Vortrag. Dank wunderschöner Fotos – mit Bergpanoramen und urigen Hütten - bekam so mancher Zuhörer Lust, die Bergstiefel zu schnüren und mitzuwandern. Die Idee kam Siegfried Thiel durch einen WDR-Film-Beitrag über die kürzeste Variante einer Alpenüberquerung. Der Bazillus sprang über. Thiel reizte vor allem die spirituelle Dimension beim Wandern, zugleich wollte er seine körperlichen Grenzen testen. Dass die Sieben-Tages-Tour eine solide Grundfitness verlangt – und der Rucksack keinesfalls schwerer als 8 Kilogramm sein darf, spürte er bereits bei der Start-Etappe in Oberstdorf. Zur Kemptner Hütte hinauf zu steigen, bedeuteten viel Schweiß und 950 Höhenmeter Aufstieg. Die zweite Etappe Richtung Lechtal sorgte für einigen Nervenkitzel: Thiel und seine Mistreiter mussten die 240 Meter hohe Holzgauer Fußgängerbrücke überqueren, eine Mutprobe für höhenängstliche Menschen. Alle schafften es, was den Teamgeist stärkte. Überhaupt schweißten die vielen gemeinsamen Erlebnisse die Wandergruppe im Laufe der Tour zusammen. Am fünften Tag hielt der Winter Einzug und sorgte auf knapp 3000 Metern für eine geschlossene Schneedecke.

Insgesamt erlebte Thiel eine hochalpine Tour klimatischer Gegensätzen: So schwankte die Temperatur zwischen 30 Grad Celsius im Tal und 3 Grad auf den Berghöhen. Thiel genoss gigantische Ausblicke, sah Enzian, Edelweiß, Steinböcke und Murmeltiere am Wegesrand. Sein Fazit nach sieben Tagen Hüttenwanderung, die viele Sinne ansprach: drei Täler, gut 80 km Wegstrecke mit 7000 Höhenmetern Aufstieg, 8000 Höhenmetern Abstieg - und unvergessliche Stunden in gemütlichen Alpenhütten. Dort konnten die müden Wanderer Leib und Seele mit herrlichem Kaiserschmarrn und Apfelstrudel stärken. Am Touren-Ende – südlich des Similaungletschers - waren alle total geschafft, aber rundum glücklich.

Für den kommenden Sommer plant Siegfried Thiel eine Dolomiten-Tour. Die Hospiz-Kultur-Kneipengäste können sich wohl über einen reizvollen Erfahrungsbericht freuen.

02.03.2018 - Chansonabend mit Petra Speh-Morgner

Wieder ein stimmungsvoller Chanson-Abend!

Auf den ersten Märzfreitag hatten sich viele Stammkäste der Hospizkultur-Kneipe gefreut: Das Wiedersehn mit Akkordeonspielerin Petra Speh-Morgner lockte immerhin 48 Besucher an. Die Gäste erfreuten sich an Edith Piafs Liedern ebenso wie am bekannten Chanson „La Mer“ (Das Meer), das von Charles Trenet und Serge Gainsbourg stammt. Sehr anrührend war auch eine Melodie aus dem französischen Kultfilm „Die fabelhafte Welt der Amelie“. Kein Wunder, dass das Publikum zu Petra Speh-Morgners Akkordeonspiel öfters mitsummte. In ihrem Repertoire fanden sich auch katalanische und mittelalterliche Trinklieder („Wenn ich trinke, dreht sich alles!“.)

Petra Speh-Morgner ist gebürtige Schwäbin (aus der Nähe von Sigmaringen) und spielt seit frühester Kindheit Akkordeon. Sie setzt ihr Instrument auch gerne in ihrer Arbeit als Musiktherapeutin in der geronto-psychiatrischen Abteilung eines Düsseldorfer Krankenhauses ein. Die Akkordeonspielerin hatte sichtlich Freude am Publikum, und das Publikum an ihr. „Der März-Auftritt war ein voller Erfolg“, resümierte Kulturkneipen-Initiator Eduard Jusinski. Er und seine Kulturkneipen-Crew verwöhnte das Publikum wieder mit leckeren Häppchen.

Weil die Hospiz-Kultur-Kneipe mit 50 bis sogar 65 Besuchern nachweislich an ihre Kapazitätsgrenzen stößt, bittet das Organisationstermin künftige Besucher, sich - zwecks Vorplanung für die Verköstigung - bis spätestens zwei Tage vor dem Ereignis anzumelden!

05.01.2018 - Vietnam-Vortrag

Fernöstliche Impressionen und Rekordbesuch in Hospiz-Kultur-Kneipe

Nie zuvor wurde die Hospiz-Kultur-Kneipe (HKK) in ihrer zehnjährigen Geschichte so gut besucht wie am 5. Januar zum Jahresauftakt 2018: Die HKK-Organisatoren staunten nicht schlecht, als sich 67 Besucher (!) zum Bildervortrag von Cornelia und Jürgen Thomas über Vietnam einfanden. Das Erkrather Ehepaar war im Frühjahr 2016 nach Vietnam geflogen, um Land und Leute kennenzulernen. Ihre Foto-Ausbeute war hervorragend, ihr Vortragsstil sehr kurzweilig, so dass es den Kultur-Kneipen-Besuchern - trotz der Raumenge - an nichts fehlte. Es wurde Reis mit Currygemüse gereicht.

Das Land Vietnam beeindruckt besonders durch seine 7-Millionen-Menschen-Metropolen Hanoi und Saigon, in denen das Leben wie in einem Ameisenhaufen pulsiert. Die Referenten brachten tolle Schnappschüsse vom dortigen Straßenleben mit: sie zeigen  mobile Scherenschleifer, Gemüsehändler auf Mopeds und auch das Wirrwarr von Versorgungsleitungen, das westeuropäischen Elektrikern wohl Kopfzerbrechen bereiten würde. Vietnam verfügt auch über prächtige  Landschaften – beispielsweise das neunarmige Mekong-Delta im Südwesten.

Auch die traurigen Seiten der Vietnam-Geschichte kamen im Vortrag zur Sprache: Von 1964 bis 1975 wütete dort – maßgeblich von den USA  betrieben – ein grausamer Krieg, der bis heute Spuren hinterlassen hat. Durch den massenhaften Einsatz des Pflanzenschutzmittels „Agent Orange“ wurden nicht nur Vietnams Insekten weitgehend ausgerottet, sondern auch das menschliche Erbgut geschädigt: Selbst in der dritten und vierten Generation kommen Babys mit körperlichen Missbildungen zur Welt. Davon zeugen auch die vielen Behindertenwerkstätten, in den Menschen mit Handicap meist ein Kunsthandwerk ausüben.

Insgesamt leben 91 Millionen Menschen in Vietnam, das eine etwas kleinere Fläche als Deutschland besitzt. Als Reiseland absolut empfehlenswert, sagen Cornelia und Jürgen Thomas,  vorausgesetzt Touristen kommen mit dem schwül-warmen Klima zurecht. Die Bewohner sind stets sehr freundlich und zuvorkommend. Das Erkrather Ehepaar Thomas  sang ein Loblied auf die unzähligen Garküchen, in denen man günstig und lecker essen könne. Nicht zu allen landesüblichen Eßgewohnheiten konnten die beiden Stellung neh-men. Um angebliche Delikatessen – wie gegrillten Hund – machten sie nämlich einen weiten Bogen.

07.04.2017 - Japan Vortrag, Felix Sperling

Riesen-Buddhas und Hochgeschwindigkeitszüge
Beeindruckender Japan-Vortrag von Felix Sperling

Vor elf Jahren leistete Felix Sperling seinen Zivildienst im Franziskus-Hospiz ab - sozusagen als rechte Hand des Hausmeisters. Heute arbeitet er als Lebensmittel-chemiker. Am 7. April kehrte Sperling an seine alte Wirkungsstätte in Hochdahl zurück und zeigte, dass er kurzweilig erzählen und tolle Fotos machen kann.

Sein Japan-Exkurs lockte gut 35 Besucher in die Hospiz-Kultur-Kneipe. Zu sehen gab es die Quintessenz aus zwei Wochen Japanurlaub 2016: Vor allem viele gigantische Bau- und Kunstwerke, die allein den Vortrag sehr lohnenswert machten: 50 Meter hohe Holztempel, Tokios Rathaus mit 48 Stockwerken – und eine 450 Tonnen schwere Buddha-Figur. Die Metropole Kyoto besitzt 1600 Tempel! Im Kontrast zur Tradition gibt es im Land der Gegensätze Eisenbahnen, die 450 km/h schnell sind und pro Tag nur wenige Sekunden Verspätung aufweisen. Ein wirklich attraktives Land, dachten viele im Auditorium.

Trotz der Raumenge in dem 126 Millionen-Menschen-Staat zeichnet sich das soziale Leben durch hohen gegenseitigen Respekt aus. Ein unendlicher Besucherstrom vor einem Kunstmuseum zeigt Menschen, die vier Stunden warten können, ohne die Ruhe zu verlieren. Hierzulande kaum denkbar. Drei Dinge hätte Felix Sperling gerne mit nach Hause genommen, wenn er könnte: „Kein Vandalismus, keine Graffitis, kein Müll im öffentlichen Raum!“ Übrigens: Auch die kulinarische Seite Japans kam weder im Vortrag noch in der Kultur-Kneipen-Beköstigung zu kurz. Den Gästen wurden diesmal Ingwer-Suppe und Eis aus grünem Tee gereicht.

03.03.2017 - Millionen Jugendliche auf einem Platz - ein Referat

Agnes Jusinski referierte in der Hospiz-Kulturkneipe zum Erlebnis „Weltjugendtag“

Wer sich im Sommer mit Gleichgesinnten aufmacht, um einen Weltjugendtag zu besuchen, muss gute Nerven, Geduld und ein robustes Naturell besitzen. Egal ob Hitze, Versorgungsengpässe und stundenlanges Warten auf einfache Mahlzeiten – all das müssen junge Menschen wegstecken, wenn sie sich auf einen  „Weltjugendtag“ einlassen.

Das machte Agnes Jusinski in ihrem interessanten und bildreichen Vortrag sehr gut deutlich. Die 34jährige Gemeindereferentin für das rheinische Bergheim berichtete in der Erkrather Hospiz-Kulturkneipe vor allem von ihren Erfahrungen  2016 in Krakau. „Für mich war es ein besonderes Highlight, den Jugendlichen meine polnischen Wurzeln zu zeigen und mit ihnen die große Gastfreundlichkeit der Gastfamilien zu genießen.“ Kein Wunder, dass die Gemeindereferentin die polnischen Gastfamilien zu einem Gegenbesuch 2017 ins Rheinland einlud. Weil es in Krakau auf den Versammlungsplätzen oft sehr voll wurde, zogen es Agnes Jusinski und ihre rheinischen Mitstreiter ab und zu vor, die TV-Übertragung in Gaststätten anzuschauen. Wie es der Zufall wollte, gingen sie vom Lokal aus wieder auf die Straße – und wer fuhr zu ihrer Freude gerade im Auto vorbei? Papst Franziskus!

Agnes Jusinski streifte auch die gut 30jährige Historie der Weltjugendtage: Im Jahr 1984 hob Papst Paul II das Event – gegen den Widerstand vieler Bischöfe – als separate Jugendversammlung - aus der Taufe. Zunächst war das Großereignis für die Vatikanhauptstadt bestimmt, doch Papst Paul II. dehnte seinen Wirkungskreis bald über Rom hinaus auf viele Weltstädte aus – so Buenes Aires (1987) und Paris (1997) . Die wohl größte jemals an einem Ort versammelte Menschenmenge kam im Januar 1995 nach  Manila auf den Philippinen: stattliche 4 Millionen Menschen zwischen 16 und 30 Jahren!

Eher Besorgnis erregend verlief der Weltjugendtag in Madrid 2011, den Agnes Jusinski ebenfalls live miterlebte - zwei Millionen Menschen litten im spanischen Hochsommer. Bei  40 Grad im Schatten - ohne Wasserversorgung des Veranstalters (!) - gerieten viele Jugendliche an den Rand der Erschöpfung. Ein gewichtiger Grund für Agnes Jusinski,  sich Madrid im Hochsommer kein zweites Mal anzutun! Auf den nächsten Weltjugendtag im Januar 2019 in Panama freut sie sich jedoch schon jetzt.

 

 

 

03.02.2017 - Drei Prinzenpaare auf einer Feier!

Die Hospiz-Kultur-Kneipe feierte schon am 3. Februar Karneval

So viele Würdenträger des rheinischen Karnevals auf einmal hat es in der Hospiz-Kultur-Kneipe des Franziskus-Hospizes wohl selten gegeben: Zuerst kam die Kinder-Tanz-Gruppe „Hoppedötze“ (ihr zweiter Besuch im Haus) mit dem Kinderprinzenpaar aus Erkrath. Dann trat das Erkrather Prinzenpaar mit Gefolge auf. Und auch das Unterbacher Prinzenpaar ließ es sich nicht nehmen, den knapp 30 Gästen der Hospiz-Kultur-Kneipe die Ehre zu erweisen. Übrigens weilte unter den gut gelaunten Gästen die lokale Politik-Prominenz: mit der stellvertretenden Bürgermeisterin Regina Wedding, mit Lore Schulz und Dr. Christian Untrieser.

Bestens unterhalten wurde die „Jecken“-Gemeinschaft von Keyboarder Robert Rolih. Warum sein Engagement besonders zu schätzen ist: Trotz Vollzeitjob begleitet der vierfache Vater das Hospiz seit Jahren ehrenamt-lich. Außerdem ist Live-Musik ohnehin viel schöner als aus der CD-Konserve!

Kulinarisch bestens versorgt wurden die Gäste vom HKK-Team - dank eines exzellenten Buffets mit vielen selbstgemachten Speisen, das besonders auch von den Prinzenpaaren mit Gefolge gerne angenommen wurde. Was wäre rheinisches Brauchtum ohne Orden? Das Team hatte wie in jedem Jahr eigene Hospiz-Kultur-Kneipen-Orden erstellt und dann verteilt. Außerdem erhielt Renate Dammer, die ein Stammgast der HKK ist, den ersten Preis beim Kostümwettbewerb für ihr selbstentworfenes Butterfly-Kostüm.

Die musikalischen Karnevalsklassiker aus Düsseldorf und Köln gefielen auch einer Hospiz-Bewohnerin, die zusammen mit ihren Angehörigen die zahlreichen Darbietungen genoss: Dabei nicht zu vergessen die Büttenrede von Cornelia Thomas und die Clown-Einlage durch Beate Müller (alias Frau Kringel) und deren Freundin. Ein großes Kompliment an das ganze HKK-Team, das wieder einmal einen gelungenen Start in die „fünfte Jahreszeit“ hinlegte.

06.01.2017 - Zeitreise durch 175 Jahre Erkrather Eisenbahngeschichte

Zeitreise durch 175 Jahre Erkrather Eisenbahngeschichte
Uli Schimschocks Vortrag begeistert Gäste der Hospizkulturkneipe

Es war ein Abend, der nicht nur Eisenbahn-Freaks begeisterte, denn DB Fahrdienstleiter Uli Schimschock hatte sich spannende Aspekte der Regional-geschichte vorgenommen, ganz nach dem Geschmack der rund 25 Gäste in der Hospizkulturkneipe am 6. Januar.

Zweifellos ist auf der Strecke zwischen Düsseldorf und Wuppertal viel passiert. Bereits 1838 – als mit Kohle und Stahl an Rhein und Ruhr das Industriezeitalter begann – fuhren Züge von Düsseldorf nach Erkrath, ab 1841 dann von Düsseldorf bis Elberfeld. Zunächst waren es vorwiegend englische Loks, die auf Deutschlands fünftältester Bahnlinie ihren Dampf abließen. Schon 1842 avancierte die Linie mit 400.000 Fahrgästen zur verkehrsreichsten Strecke Deutschlands. 1850 fuhren Züge vom Rheinland aus bereits bis nach Berlin, während Reisen nach Süddeutschland – mangels Schienennetz - nur mit Postkutschen möglich waren. Das Kuriosum auf dem Streckenabschnitt bei Erkrath: Um die 3,3 Prozent Steigung mbei Erkrath zu bewältigen, wurden die Züge angehängt an ein 2500 Meter langes Seil, das eine mächtige Dampfmaschine den Berg hinauf nach Hochdahl zog. Bald kam Chefingenieur Wiebe auf die pfiffige Idee, die Dampfmaschine einzusparen, indem der talwärts fahrende Zug – über ein Umlenksystem mit drei Rollen – die bergauf fahrende Bahn nach oben zog. Dazu mussten die Fahrpläne allerdings haargenau passen. Später wurden dazu spezielle Seillokomotiven verwendet bis das Seilzugsystem 1926 aufgegeben wurde, nun wurden Züge im Bedarfsfall nachgeschoben. Bei schweren Güterzügen mit 1200 Tonnen Gewicht waren insgesamt vier Loks -  d.h. die Zuglok, eine Vorspann- und zwei Schiebeloks – mit zusammen acht Mann Besatzung im Einsatz. So gesehen war Bahn fahren sehr personalintensiv. Das bestätigen auch Fotos aus den 1930ern, auf denen  sage und schreibe 40 Bahnangestellte vor dem Hochdahler Bahnhof posieren.
Das Schöne an dem Hospizkultur-Kneipen-Abend: Uli Schimschocks reichhaltiges Fotomaterial -  mit Ortsansichten von Hochdahl aus über 100 Jahren – riefen beim Auditorium viele Erinnerungen wach. Die einen dachten an die 1960er, als sie mit ihren Kinderwagen Erkrather Bahnschranken passierten. Andere fielen die 1950er Jahre ein, als sie im Düsseldorfer Hauptbahnhof noch Bahnsteigkarten (für zehn Pfennige) lösen mussten, um den Bahnsteig zu betreten, wo die abholbereite Verwandtschaft wartete. Tja die gute alte Bahnzeit! Wer den Abend verpasst hat, kann die Geschichten auch in Buchform nachlesen: „Die Steilstrecke Erkrath-Hochdahl“ gibt es im Museum Lokschuppen und im Erkrather Buchhandel für 15 Euro.

07.10.2016 - Französische Chanson, Petra Speh

Ein Abend mit französischem Flair
Gelungener Chanson-Abend mit Petra Speh-Morgner in der Hospizkultur-Kneipe

Wer französische Chansons mag, kam in der Hospizkultur-Kneipe des Franziskus-Hospizes voll auf seine Kosten. Sofort sprang der Funke von Akkordeonspielerin Petra Speh-Morgner auf das Publikum über. Bekannte Chansons wie „La Mer“ (Das Meer) von Charles Trenet wie auch Melodien aus dem französischen Kultfilm „Die fabelhafte Welt der Amelie“ - gehörten genauso zu ihrem Repertoire wie Trinklieder der Renaissance. Speh-Morgners souveränes  Akkordeonspiel und ihr einfühlsamer Gesang begeisterten die 35 Zuhörer im vollbesetzten Saal des Franziskus-Hospizes. Weil sich der „Seele“ des Instruments keiner entziehen konnte, mussten die Zuhörer unwillkürlich mitsummen und mitklatschen.

Petra Speh stammt aus der Nähe von Sigmaringen auf der schwäbischen Alb und spielt seit frühester Kindheit  Akkordeon. Auch in ihrer Arbeit als Musiktherapeutin setzt sie ihr Lieblingsinstrument ein. Sie arbeitet in der geronto-psychiatrischen Abteilung eines Düsseldorfer Krankenhauses, ferner als Feldenkrais-Lehrerin. Wenn die Musiktherapeutin mit Bus und Bahn unterwegs ist, erweist sich ihr Akkordeon als echter Hingucker. Gerade Kinder möchten dann gerne mal die „Zieharmonika“ ausprobieren.

„Der Musikabend am 7. Oktober ist ein voller Erfolg,“ sagt Kulturkneipen-Initiator Eduard Jusinski. Nicht nur er und seine Kulturkneipen-Crew, die für ihre Leckereien wieder einmal  viel Lob bekam, hoffen, dass Petra Speh-Morgner bald wiederkommen wird!

 

 

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