Der Lieblingsfarben-Wandelgang oder: Die Antwort auf eine intim-banale Frage?

Eine „intim-banale“ Frage – so könnten wir es auch nennen, wenn uns jemand nach seiner Lieblingsfarbe fragt.

05.10.2016

Eine „intim-banale“ Frage – so könnten wir es auch nennen, wenn uns jemand nach seiner Lieblingsfarbe fragt. Was wohl daraus entsteht, wenn fast 300 Menschen die Frage beantworten, indem sie IHRE FARBE auf Leinwand verewigen? Die Antwort: Ein wunderschöner Wandelgang – aus gut drei Meter hohen Holzstreben, an denen bunt bemalte Kartons hängen! Bewohner und Mitarbeiter des Franziskus-Hospizes haben daran ebenso mitgewirkt wie junge Menschen der Wuppertaler Troxlerschule für körperlich und geistig beeinträchtigte Schüler. Sie haben drei Monate lang in der Holzwerkstatt ihrer Schule gearbeitet: Dazu nahmen sie Äste aus Ahorn-, Robinien - und Kirschholz, polierten sie mit Akribie und bauten alles schließlich zusammen. Auch zwei Baumscheiben, die von der 140-jährigen Schul-Eiche stammen, zieren die Skulptur.

Ein tolles Projekt, das rundum zufriedene Akteure hat. Das sehen die rund 40 Gäste des FHH – darunter auch Erkraths Bürgermeister Christoph Schultz –  genauso. Sie hatten sich auf Einladung von Hospizleiter Robert Bosch im Franziskus-Hospiz eingefunden, um sich mit ihm und Tina Kreil an dem Kunstwerk zu erfreuen. Die Kunsttherapeutin hat das kreative Projekt über ein Jahr begleitet und erntete dafür viel Applaus. Für Kreil hat die Frage nach der Lieblingsfarbe auch etwas Hypnotisches: Sie lässt die aktuellen Sorgen für eine Zeit lang hinter sich, raus dem „Hier und Jetzt“.

Robert Bosch begeistert die Vielfalt der Skulptur und ihre enorme kommunikative Kraft. „Das Projekt ist ideal, um den Hospizgedanken voranzubringen und uns weiter zu vernetzen“, sagt Robert Bosch. Gut denkbar ist für ihn, dass der farbenreiche Wandelgang, ähnlich einem Wanderpokal, noch in anderen Einrichtungen präsentiert wird. Zur Freude vieler Menschen – auch außerhalb seines Entstehungsortes in Erkrath-Hochdahl.

Was das farbenfrohe Kunstwerk beweist: Die Frage nach der individuellen Lieblingsfarbe setzt überraschende Dinge in Gang. „Blau!“ meinte ein Bewohner, und Tina Kreil hakte nach: „Aber welches?“ Der Mann entgegnete: „Nordseeblau, so wie es ist, wenn sich die Wellen überschlagen.“ Beim Gedanken an „Gelb“ dachte ein gut 60jähriger Mann, dem nicht mehr viel Lebenszeit blieb, an den Sand, den er als achtjähriger am Strand mit seinen kleinen Händen formte. Gelb war für ein ihn ganz wichtiges biografisches Element – nur etwas verschüttet gegangen. Farben fördern offenbar sehr leicht alte Erinnerungen und haptische Eindrücke zutage. Und sie schaffen Sätze von zeitloser Schönheit: „Wenn ich meine Lieblingsfarbe suche, brauche ich nur in die Augen meines Mannes zu schauen.“

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