Autorenlesung

"Umarmen und Loslassen" - eine bewegende Lesung von Shabnam und Wolfgang Arzt

06.05.2022

„Umarmen und Loslassen“ – eine wunderbare Autorenlesung 


Am 4. Mai fand im Paul-Schneider-Haus eine bewegende Autorenlesung statt. 

Im Mittelpunkt stand: “Umarmen und Loslassen“ - das Buch von Shabnam und Wolfgang Arzt aus Solingen. Im achten Schwangerschaftsmonat – es ist Sommer 2001 - erfährt das Ehepaar, dass ihr Kind vermutlich an einem schweren Chromosomen-Defekt leidet. Die riesige Vorfreude auf ihr Kind  - nach zwei Fehlgeburten, die Aussicht auf ein glückliches Familienleben, sie scheinen mit einem Schlag dahin zu sein. Wolfgang Arzt ist Theologe, seine Frau Shabnam Sozialpädagogin und beide damals gerade Ende 20.

 

Die Ärzte drängen sie zur Abtreibung, doch sie entscheiden sich für ihre Tochter. Jaël kommt mit Trisomie 18 zur Welt, die von Ärzten prognostizierte Lebens-erwartung beträgt wenige Stunden, Tage, Wochen. Doch es kommt anders – eine Art Wunder geschieht: Jaël – was auf hebräisch Wildziege und damit Überlebenskünstler heißt - wird 13 Jahre alt und prägt auf ihrem Weg alle, die sie kennenlernen, mit ihrer ansteckenden Lebensfreude, überbordenden Liebe und dankbaren Haltung zum Leben. 

 

Von diesem einzigartigen Leben zwischen Hoffen und Bangen handelt das Buch. Von den großen Herausforderungen der Eltern, die wegen Jaëls häufiger Atemkrämpfe im ersten Lebensjahr meist „ihre kleine Intensivstation - den Beatmungsmonitor“ – mit dabei haben. Und auch von den wunderbare Momenten. Freunde und Bekannte  verlieben sich in ihre charismatische kleine Tochter und stehen ihr fortan bei Reisen und im Alltag zur Seite. So prägt und bereichert Jael zugleich das Leben der dreiköpfigen Familie. 

 

Mit großer Offenheit, voller Wärme und großer Zuversicht beschreiben ihre Eltern, was es bedeutet, ein Kind zu lieben – und zu verlieren. „Ihre Geschichte macht Mut, an den Wert des Lebens zu glauben und schwierigen Situationen mit Optimismus und Humor zu begegnen. Vor allem aber zeigt sie, was für ein großes Vorbild  ein kleines Mädchen sein kann“. „Sie wird uns eine gute Lehrerin“, sagt ihre Mutter während der Lesung. Das Publikum spürt keinen Grund, dies zu bezweifeln. Dass Glück nichts ist, was in der Zukunft liegt, sondern in den gegenwärtigen Moment gehört,  macht Jael ihren Eltern klar – mit ihrem spontanen Lächeln und ihren speziellen Gesten der Zuwendung. 

 

Am Ende des intensiven Leseabends, der noch lange „nachhallen“ wird, lag sehr viel Dankbarkeit im Raum: „Bei aller Intensität und auch Traurigkeit: Es ist für uns pure Freude, die Erfahrungen mit unserer Tochter an die Zuhörer zu verschenken“, betonte Shabanm Arzt. Und eine Zuhörerin entgegnete „Vielen Dank an das Ehepaar Arzt, dass sie uns ihr Leben mit Jael so eindrucksvoll nahe gebracht hat. Die Liebe zu Jael war so fühlbar.“ 

 

 „Umarmen und Loslassen“ ist im Ludwig-Verlag erschienen, es hat 254 Seiten und kostet 19,90 Euro. Die Erkrather Lesung fand in Kooperation mit dem ambulanten Kinder- und Jugend-Hospizdienst (KJHD) des FHH hat und war ursprünglich im Rahmen des  „Jahrestages der Kinderhospizarbeit 2022“ am 10 Februar geplant. Für den gelungenen musikalischen Rahmen sorgte FSJ-lerin Miriam, die uns dank ihrer Geige einen Ausflug in den Irish Folk schenkte.

 

Unsere Spendenkonten

VR Bank eG
IBAN DE54 3056 0548 0505 9000 14
BIC GENODED1NLD
Kreissparkasse Düsseldorf
IBAN DE90 3015 0200 0003 1056 08
BIC WELADED1KSD