Alpine Tief- und Weitblicke in der Hospiz-Kultur-Kneipe

Wer das Wandern und die Alpen liebt, kam am 7. Juni in der Hochdahler Hospiz-Kultur-Kneipe voll auf seine Kosten: Siegfried Thiel referierte über ein herrliches Fleckchen Erde: den sogenannten „Dolomiten-Höhenweg 1“ nahe des Naturparks Fanes in den Trentiner Dolomiten.

13.06.2019

Im Sommer 2018 hatte Thiel gemeinsam mit neun Wanderern, die er bereits von seiner Alpenüberquerung von Oberstdorf nach Meran 2017 kannte, eine sechstägige Bergtour unternommen. Kurzweilig und kompetent berichtete der ehrenamtliche Hospizmitarbeiter über seine Bergerlebnisse. Und die gut 50 Gäste (darunter auch ein Hospizbewohner) fühlten sich bestens unterhalten. Thiels Fotos präsentierten nicht nur reichlich Dolomitenfels, kristallklare Bergseen und schwindelerregende Tiefblicke, sondern auch jede Menge Hüttengemütlichkeit. Oft schliefen er und seine Wandergruppe in alpiner Lage über 2600 Metern Höhen in Hütten, die schon morgens nach dem Aufstehen einen majestätischen Ausblick gestatteten. 

In seinem Referat ging Thiel auch auf die düstere Geschichte des Alpenkriegs (1914-1918) ein. Schließlich stieß er bei seiner Bergtour auf viele Hinterlassenschaften des Krieges - wie 100 Jahre alte Felsstollen und Kriegsversorgungswege, die heute als Wandersteige dienen. Außerdem machte Thiel einen besonderen Exkurs über für den Wahnwitz des Krieges, der (im Buch „Die rote Wand“) auch literarisch dokumentiert ist: Darin geht es um Victoria Savs (1899-1976) aus Meran, die als 15-jähriges Mädchen aus Liebe zu ihrem Vater beschließt, an seiner Seite in den Krieg zu ziehen. Um sich zu tarnen, schneidet sich Victoria die Haare kurz und zieht eine Soldatenuniform an. Kaum 17 Jahre alt wird sie während des Alpenkrieges 1916 von einer Gerölllawine so schwer verletzt, dass ihr das linke Bein amputiert werden muss. Anschließend wird Ihr eine  Tapferkeitsmedaille verliehen. Das Schicksal der jungen Soldatin wird Jahrzehnte später von den Nazis ausgeschlachtet. Ihre Lebensgeschichte verfolgt Siggi Thiel bis ins Jahr 1976. Da trifft die 76-jährige bei den Salzburger Festspielen auf Otto von Habsburg, der sie fragt, ob er etwas für sie tun könne? Sie antwortet: „Ja, bitte tun Sie etwas für die Kriegsveteranen!“ Worauf von Habsburg nachhakt, wo ihr Mann als Soldat denn gedient habe? Victorias Savs entgegnet stolz: „Nicht mein Mann, sondern ich habe gedient!“ Soweit zu den Spätwirkungen des Alpenkrieges. 

Fazit zum Hochdahler Vortragsabend: ein sehr gelungenes Ereignis, das vermutlich eine Fortsetzung findet: Siegfried Thiel schnürt bereits im Juli wieder die Wanderstiefel, um den Dolomiten-Höhenweg Nr. 2 zu erkunden. Ein besonderer Dank gilt dem Hospiz-Kultur-Kneipen-Team um Eduard Jusinski, das wieder einmal für die passende kulinarische Einstimmung sorgte: Es gab eine zünftige Brotzeit mit Schinken und Käse, sowie warmen Apfelstrudel mit Vanilleeis, die allein schon den Besuch der Hospiz-Kultur-Kneipe lohnte.

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