Flaschenpostaktion

„Erwartungen, Hoffnungen, Träume“

28.09.2018

„Erwartungen, Hoffnungen, Träume“ –
30 Hochdahler Flaschenbotschaften vom Menschen zwischen 7 und 83 Jahren


Wer schreibt im Internet-Zeitalter schon Briefe - geschweige denn Post, die auf dem Rhein treibt? Völlig antiquiert? Zweifellos bedeutet schwimmende Rheinpost: eine Kommunikation mit ungewissem Ausgang! Sie wirkt gleichwohl entschleunigend auf die Absender und besitzt ihren Charme - bei Alt und Jung. Das belegt das von Gerd Michalek initiierte Kommunikations-projekt beim Aktionstag der Erkrather Wirtschaft 2018:

30 Menschen zwischen sieben und 83 Jahren mischten dabei mit: 13 Grundschüler der benachbarten Sechseck-Schule mit zwei Begleiterinnen und ein Dutzend Hospizmitarbeiterinnen und – mitarbeiter, die ihre persönliche Botschaft zu Wasser ließen. Auch Hospiz-Geschäftsführer Christoph Drolshagen vertraute sich „Vater Rhein“ an. Nicht zu vergessen: eine begeisterte Hospiz-Bewohnerin.

Bevor die Botschaften in hübsche Flaschen kamen, wurden die meisten Texte fotografiert. Schließlich handelt es sich um Unikate, die womöglich nie wiederauftauchen werden. Oder - per Rückantwort eines Finders - erst in Jahren, was das Projekt nachhaltig und spannend macht. Spannend war schon bei der Vorplanung die Frage, ob Behörden den kollektiven Glasflaschen-Abwurf überhaupt genehmigen würden: Sowohl Schifffahrts- wie auch Umweltamt gaben grünes Licht, jedoch mit der Einschränkung: Der Abwurf von Brücken sei tabu (wegen der Gefahr für Schiffe). Deswegen wählte die „Hochdahler Flaschenpost-Gemeinde“ eine attraktive Alternative. Sie bestieg in der Düsseldorfer Altstadt ein Rheinschiff, um so die Nachrichten abzuwerfen.

Mit an Bord war auch „Projektpatin“ Monika Zielke, die die Aktion im Rahmen des Erkrather Wirtschaftstages finanziell und ideell unterstützte, ferner die beiden Fotografen Bernd Bleichroth und Carina Wies, die die schönsten Abwurfszenen für die Nachwelt festhielten - viel Stoff für spätere Foto-Collagen. Jedenfalls hatten die Schüler und Hospizmitarbeiter sehr viel Spaß am Ausflug: Am meisten hat sie das R(h)einwerfen der Flaschen fasziniert.  „Es war so schön! Eine einmalige Aktion!“, Hospizbewohnerin Ingeborg Presser freute sich sehr über den einstündigen Schiffausflug. Als sie ihre Flasche beherzt vom Schiffsdeck warf, huschte der 83jährigen ein jugendliches Lächeln übers Gesicht. Sie kam gut ins Gespräch mit den Grundschülerinnen, die ihren Rollstuhl umringten.

Auch für Hospiz-Mitarbeiter Siegfried Thiel war es ein echtes Highlight: „Es war berührend zu sehen, dass es Generationen übergreifend allen Beteiligten einen riesigen Spaß gemacht hat und es sehr schöne Momente von Begegnung gab.“  Weil manche Flaschenpost-Autoren am Aktionstag verhindert waren, ließen sie ihre Botschaft stellvertretend von Gerd Michalek – und einigen wurfbegeisterten Kindern – ins Wasser werfen. Sein Kommentar: “Das Abwerfen von Bord hat riesigen Spaß gemacht! Alt und Jung guckten gespannt den wegschwimmenden Flaschen hinterher. Stellen Sie sich solche Freude mal beim Versand einer email vor!“

Gleichwohl müssen sich Flaschenpost-Versender in Geduld üben. Es kann Monate und Jahre dauern, bis jemand antwortet. Nachweislich wurde in Köln 2001 eine Flaschenpost gefunden, die stolze 24 Jahre unterwegs war und von der Sieg stammt. Bei nur 50 km Beförderungsdistanz eine echte “Schneckenpost“. Bis zum Abitur wollen die Grundschüler jedoch nicht auf Antworten warten. Experten haben errechnet, das von zehn Flaschenposten im Durchschnitt nur eine gefunden und beantwortet wird. Folglich sollten bei 30 abgeworfenen Briefen schon ein paar „Treffer“ drin sein.

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