Geschichte der Hospizbewegung und des Franziskus-Hospiz Hochdahl

„Hospiz“ (lateinisch: hospitium) bedeutet Herberge, gastliches Haus, Gastfreundschaft. Mit ihren historischen Wurzeln reichen die neuzeitlichen Hospize zurück in die vorchristliche Zeit. Das Christentum greift die menschliche Idee des schutzgebenden Ortes, an dem Kranke versorgt und Sterbende begleitet werden, früh auf, so z.B. in der neutestamentlichen Beispielerzählung vom barmherzigen Samariter (Lk 10, 30-35): Die weltliche Herberge wird in diesem Bibeltext zum Ort der Nächstenliebe.

Nach dem zweiten Weltkrieg griff die englische Krankenschwester, Sozialarbeiterin und Ärztin Cicely Saunders den Hospizgedanken auf: Schwerstkranke bestmöglich zu versorgen, Schmerz wirksam zu bekämpfen und Sterbende zu begleiten, war die große Vision dieser Frau, für die sie sich unermüdlich einsetzte. So verband sie als erste in einer Einrichtung des Gesundheitswesens, im 1967 eröffneten St. Christopher's Hospice in London, die Erkenntnisse der modernen Medizin und Krankenpflege mit Vorstellungen von menschenwürdiger – auch spiritueller und sozialer – Begleitung.

Von dort gelangte die „neuzeitliche“ Hospizidee in die USA, dann auch nach Deutschland – zuerst 1981 mit der Palliativstation der Universitätsklinik Köln, seit 1987 mit dem Hospiz zum Heiligen Franziskus, Recklinghausen, das in besonderem Maße ideengebend für das Franziskus-Hospiz Hochdahl war. „Hospiz“ wurde in Deutschland vorrangig zu einem Begriff für eine stetig wachsende Bürgerbewegung, getragen von großem ehrenamtlichen Engagement und der Spendenbereitschaft vieler Menschen.

Geschichte des Franziskus-Hospiz Hochdahl


In Hochdahl fand sich 1988 eine Gruppe von Menschen aus der katholischen und der evangelischen Kirchengemeinde zusammen, die sich wünschten, mit Sterben und Tod natürlicher und weniger angstbesetzt umzugehen. Schwerstkranke Menschen, Angehörige und Nahestehende wollten sie in dieser Lebensphase nicht mehr allein lassen. Auch sollte Sterben und Tod in den Kirchengemeinden gegen den gesellschaftlichen Trend der Tabuisierung neu zum Thema werden.

1988 entstand mit 114 Gründungsmitgliedern der ökumenisch geprägte „Franziskus-Hospiz-Verein Hochdahl“, als dessen Vereinszweck die ideelle und finanzielle Unterstützung bei der Einrichtung eines Hospizes, insbesondere eines ambulanten Hospizdienstes, und die Förderung der ehrenamtlichen Mitarbeit im Vordergrund stehen. Als Trägerin des Hospizes wurde im Dezember 1990 die „Franziskus-Hospiz für Schwerstkranke Hochdahl GmbH“ gegründet. Gesellschafter sind heute der Franziskus-Hospiz e.V. Hochdahl und die Marienhaus Unternehmensgruppe mit Sitz in Waldbreitbach, da die Waldbreitbacher Franziskanerinnen den Aufbau der Hospizarbeit von Anfang an unterstützt haben.

Bereits im Januar 1990 begann der Ambulante Hospizdienst mit seiner Arbeit.

Der Bau eines Hospizzentrums in Hochdahl-Trills konnte als Bundesmodellprojekt mit Förderung durch das Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung zügig realisiert werden.

Am 9. Mai 1995 wurde das Hospiz-Zentrum mit Ambulantem Hospiz, Tageshospiz und Stationärem Hospiz eröffnet. Die Integration aller Hospizdienste unter einem Dach war zur damaligen Zeit in dieser Form in der Bundesrepublik Deutschland einmalig.

Das Konzept des Tageshospizes, wie es im Bundesmodellprojekt vorgesehen war, konnte nicht dauerhaft aufrecht erhalten werden. Es musste 2005 geschlossen werden, weil es ähnlich wie es andere Träger von Tageshospizen in Deutschland erlebten – nicht in dem erforderlichen Maße ausgelastet war.

Unter Mitwirkung des Franziskus-Hospiz Hochdahl wurde im Jahr 2007 das Palliativnetzwerk im Kreis Mettmann gegründet.

Seit 2013 arbeitet das Ambulante Hospizpflegeteam in einer Kooperation mit der SAPV UG Mettmann in enger Verzahnung mit qualifizierten Palliativmedizinern in der Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) mit. Das bisherige Angebot in der Allgemeinen ambulanten Palliativversorgung (AAPV) durch unseren Ambulanten Hospiz- und Palliativpflegedienst wurde in diesem Zusammenhang aufgegeben.

Um die Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Hospizarbeit an Einrichtungen und Fachkräfte aus der Region weiterzugeben, wurde im Franziskus-Hospiz Hochdahl ab dem Jahr 2007 ein Bildungszentrum aufgebaut.

Das Franziskus-Hospiz Hochdahl war und ist Impulsgeber für hospizliche Haltung und palliative Versorgung, versteht sich heute aber auch als ein Glied in einem immer dichter werdenden Netzwerk der Hospizarbeit und Palliativversorgung.

Franziskus-Hospiz Hochdahl

Trills 27
40699 Erkrath
Telefon:02104 9372-0
Telefax:02104 9372–98
Internet:www.franziskus-hospiz-hochdahl.dewww.franziskus-hospiz-hochdahl.de

 

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